Kulturkalender

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Kunsthandwerk

Vom üblichen Handwerk, das hier – mit Abstrichen – besteht wie überall, soll nicht die Rede sein. Zu reden ist von einigen Glanzlichtern. Von der Getreidemühle in Haría zum Beispiel, die zwar nicht mehr der Wind, aber immerhin noch ein Dieselmotor aus der Zeit der Jahrhundertwende in Bewegung setzt. Breite Lederriemen treiben den Mahlmechanismus an. Hier wird für den lokalen Bedarf neben verschiedenen Getreidesorten vor allem gerösteter Mais zu gofio gemahlen.

Ebenfalls in Haría arbeitet der Korbflechter Eulogio. An Mauern entlang stehen zum Trocknen Stengel der Palmwedel. Sie verwendet er für die Arbeit an großen Körben. Aus den Palmenblättern flicht er Taschen, Hüte und Fußmatten. Außer Palmenblätter dienen ihm noch Stroh- und Peddigrohr als geeignete Materialien.

Der Bau der timple, diesem fünfsaitigen Instrument, dessen Baßseite in der Mitte liegt, und das der Ukulele nicht unähnlich ist, zählt zum Kunsthandwerk. Vermutlich stammt sie aus der Zeit der Eroberer. Die timple ist ein typisches Instrument Lanzarotes, obwohl sie mittlerweile auf allen Inseln gebaut wird. In Lanzarotes ehemaliger Hauptstadt Teguise arbeiten noch drei Meister ihres Faches. Einer von ihnen brachte sich das Timplebauen selbst bei. Aus purem Vergnügen baute er seine erste timple mit zwölf Jahren, fand daran Gefallen und verfeinerte von timple zu timple sein handwerkliches Können. Er kann das Instrument stimmen, aber nicht spielen. An einem Instrument arbeitet er zwei Tage. Sie finden ihn, wenn Sie von Teguises Marktplatz aus die Straße links vom Palacio Spinola nehmen. Die Werkstatt steht in der ersten Straße, die links wegführt.

Das Kunsthandwerk wurde seit dem 15. Jahrhundert durch die Kultur der Europäer mitgeprägt. Später kamen lateinamerikanische Elemente hinzu. Das betrifft beispielsweise die Stickereien, die besonders auf La Palma (Motivstickerei = bordado) und Gran Canaria (Durchbruchstickerei = calado) gepflegt wird. Auf Lanzarote sind die Solstickereien (roseta) berühmt. Frauen sticken in ihren Häusern kleine Rosetten, die als Untersetzer dienen oder zusammengenäht werden zu Deckchen und Tischdecken.

Aus der Kultur der Altkanarier hat sich die Keramik erhalten. Nach überlieferten Techniken töpfern die Keramiker noch heute Gefäße ohne Drehscheibe, glätten den Ton mit Steinen und brennen ihn in einem Art Brotofen oder im offenen Feuer. Diese „Feuerkeramiken“ sind perfekte Imitationen der Keramiken der Altkanarier. Auf dem Dach des Castillo San Gabriel, dem Museum für Archäologie, finden sie ein kleines Häuschen. Dort sind die Töpfe, Krüge und ­archaischen Figuren Juan Britos ausgestellt. Er ist Kurator dieses Museums. Brito hat sich als Keramiker und Bildhauer einen Namen gemacht.

om üblichen Handwerk, das hier – mit Abstrichen – besteht wie überall, soll nicht die Rede sein. Zu reden ist von einigen Glanzlichtern. Von der Getreidemühle in Haría zum Beispiel, die zwar nicht mehr der Wind, aber immerhin noch ein Dieselmotor aus der Zeit der Jahrhundertwende in Bewegung setzt. Breite Lederriemen treiben den Mahlmechanismus an. Hier wird für den lokalen Bedarf neben verschiedenen Getreidesorten vor allem gerösteter Mais zu gofio gemahlen.

 

Ebenfalls in Haría arbeitet der Korbflechter Eulogio. An Mauern entlang stehen zum Trocknen Stengel der Palmwedel. Sie verwendet er für die Arbeit an großen Körben. Aus den Palmenblättern flicht er Taschen, Hüte und Fußmatten. Außer Palmenblätter dienen ihm noch Stroh- und Peddigrohr als geeignete Materialien.

Der Bau der timple, diesem fünfsaitigen Instrument, dessen Baßseite in der Mitte liegt, und das der Ukulele nicht unähnlich ist, zählt zum Kunsthandwerk. Vermutlich stammt sie aus der Zeit der Eroberer. Die timple ist ein typisches Instrument Lanzarotes, obwohl sie mittlerweile auf allen Inseln gebaut wird. In Lanzarotes ehemaliger Hauptstadt Teguise arbeiten noch drei Meister ihres Faches. Einer von ihnen brachte sich das Timplebauen selbst bei. Aus purem Vergnügen baute er seine erste timple mit zwölf Jahren, fand daran Gefallen und verfeinerte von timple zu timple sein handwerkliches Können. Er kann das Instrument stimmen, aber nicht spielen. An einem Instrument arbeitet er zwei Tage. Sie finden ihn, wenn Sie von Teguises Marktplatz aus die Straße links vom Palacio Spinola nehmen. Die Werkstatt steht in der ersten Straße, die links wegführt.

Das Kunsthandwerk wurde seit dem 15. Jahrhundert durch die Kultur der Europäer mitgeprägt. Später kamen lateinamerikanische Elemente hinzu. Das betrifft beispielsweise die Stickereien, die besonders auf La Palma (Motivstickerei = bordado) und Gran Canaria (Durchbruchstickerei = calado) gepflegt wird. Auf Lanzarote sind die Solstickereien (roseta) berühmt. Frauen sticken in ihren Häusern kleine Rosetten, die als Untersetzer dienen oder zusammengenäht werden zu Deckchen und Tischdecken.

Aus der Kultur der Altkanarier hat sich die Keramik erhalten. Nach überlieferten Techniken töpfern die Keramiker noch heute Gefäße ohne Drehscheibe, glätten den Ton mit Steinen und brennen ihn in einem Art Brotofen oder im offenen Feuer. Diese „Feuerkeramiken“ sind perfekte Imitationen der Keramiken der Altkanarier. Auf dem Dach des Castillo San Gabriel, dem Museum für Archäologie, finden sie ein kleines Häuschen. Dort sind die Töpfe, Krüge und ­archaischen Figuren Juan Britos ausgestellt. Er ist Kurator dieses Museums. Brito hat sich als Keramiker und Bildhauer einen Namen gemacht.